Vegane Kimchi-Focaccia (ohne Kneten)

Alle reden über Sauerteig: Taylor Swift, dein Instagram-Feed und ja, wir natürlich auch. Falls ihr aber mit Sauerteig schon durch seid oder es euch einfach zu kompliziert und aufwendig erscheint: Wir hätten heute die entspannte kleine Schwester für euch, die nur halb so viel Aufwand macht und einfach immer gelingt – Focaccia!

Die Zutaten für eine Focaccia sind super simpel und ihr habt sie wahrscheinlich auch schon zu Hause. Zum Aufgehen eures Teigs braucht ihr zum Beispiel einfach nur ein Päckchen Trockenhefe aus dem Supermarkt – keinen Sauerteig-Starter, den man wochenlang füttert und pflegen muss, kein Kneten, keine spezielle Ausrüstung, kein fancy Einschneiden. Und vor allem: Hier ist ein Teig, der super viel verzeiht.

Ihr könnt aus Focaccia tolle Sandwiches machen (dazu unten mehr), sie süß servieren, herzhaft als Pizza-Alternative nutzen oder einfach pur in Olivenöl und Balsamico dippen. Sie ist perfekt für Brunch, Picknick, Meal Prep oder als Mitbringsel zur nächsten Party. Kurzum: Focaccia verdient so viel mehr Aufmerksamkeit, als sie bisher bekommt.

Und daher legen wir jetzt auch los. Stellt euer (bestes) Olivenöl bereit, das müsst ihr wissen:

Welches Mehl nimmt man am besten für eine Focaccia?
Wir haben zum Type 00 gegriffen. Das ist ein italienisches Weizenmehl, das extrafein gemahlen ist und in Italien standardmäßig für Pizza (und eben auch Focaccia) verwendet wird. Es macht den Teig schön luftig und elastisch. Ihr findet es in gut sortierten Supermärkten, Bioläden, online oder in italienischen Feinkostläden. Falls ihr es nicht bekommt: Type 550 funktioniert genauso gut, Type 405 geht zur Not auch (wird nur minimal weniger fluffig).

Stretch and Fold – bitte was?
Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Stretch and Fold bedeutet einfach: Teig dehnen und falten, statt ihn wild zu kneten. Das Ganze macht ihr alle 30 Minuten, insgesamt viermal. Warum? Weil sich so das Glutennetzwerk (also die Struktur im Teig) ganz sanft und gleichmäßig entwickelt und der Teig schön elastisch wird. Das ist total unaufwendig und kriegt wirklich jede:r von euch hin!

Und so geht's: Hände leicht anfeuchten, seitlich unter den Teig greifen, nach oben ziehen und auf der anderen Seite ablegen. Schüssel drehen und den Vorgang wiederholen, bis ihr einmal rum seid. Fertig! Dauert jedes Mal nur eine Minute. Auf YouTube findet ihr dazu auch nochmal tolle Anleitungen.

Warum muss der Teig über Nacht nochmal in den Kühlschrank?
Die kalte Gare im Kühlschrank gibt der Hefe Zeit, in Ruhe zu arbeiten, und der Teig entwickelt dabei ein richtig leckeres Aroma. Außerdem wird er dadurch noch luftiger. Und mal ehrlich: Es ist doch ziemlich praktisch, den Teig abends vorzubereiten und am nächsten Tag einfach nur noch zu backen. Wenn ihr die Zeit nicht habt, dann lasst den Teig nach dem Stretch-and-Fold-Part bei Zimmertemperatur nochmal ein bis zwei Stunden draußen stehen und backt ihn dann.

Und dann kommt Kimchi auf die Focaccia?
Das bringt einfach extra Spice mit und macht sie saftig, umami und leicht scharf, was wir richtig gern haben. Wir haben das aromatische und milde Mediterrane Kimchi von Complete Organics verwendet, da es nicht nur Weißkohl, sondern auch Karotten, Oliven, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und mediterrane Kräuter enthält. Daher passt es einfach richtig, richtig gut zu einer italienischen Focaccia.

Das Münchner Unternehmen stellt seit 2017 fermentierte Bio-Lebensmittel her und hat eine klare Mission: „Wir machen es leicht, jeden Tag gesunde und leckere Bio-Fermente zu genießen.“ Ihre Produkte werden traditionell fermentiert und sind nicht pasteurisiert, dafür mit aktiven Kulturen – deshalb findet ihr sie auch immer im Kühlregal. Das Mediterrane Kimchi, das wir für dieses Rezept verwenden, kommt komplett ohne Zusatzstoffe und Zuckerzusatz aus. Und noch ein letzter kleiner Hinweis: Wenn das Glas beim Öffnen blubbert oder ploppt, ist das ein Zeichen dafür, dass die Fermentation noch richtig aktiv ist, was ganz toll ist und kein Grund zur Sorge! Ihr findet das gesamte Sortiment an natürlich fermentierten Bio-Gemüse im Onlineshop und ausgewählte Sorten sind auch in Bioläden, bei Kaufland und vielen REWE-Filialen erhältlich.

Wie viel Zeit brauche ich?
Eine Focaccia zu backen braucht Zeit. Etwa vier Stunden über zwei Tage verteilt, plus die Nacht im Kühlschrank. Aber: Die meiste Zeit liegt der Teig einfach nur rum und wird größer. Ihr müsst ihn nur alle 30 Minuten kurz falten (dauert 1 Minute) und am nächsten Tag backen. Also perfekt für ein entspanntes Wochenend-Projekt, bei dem nebenbei auch noch der Haushalt, die Steuererklärung oder eine komplette Netflix-Serie Platz haben. Na perfekt!

Und wie mache ich daraus nun ein Sandwich?
Ganz easy: Schneidet die Kimchi-Focaccia nach dem Backen längs durch und belegt sie zum Beispiel mit Tofu oder Tempeh, Sesam- oder Sriracha-Mayo, eingelegten Gurken oder Karotten, frischem Koriander, Frühlingszwiebeln und geröstetem Sesam.

Oder ihr geht mit veganem Frischkäse, Avocado, Babyspinat, Räuchertofu und Sriracha. Aber auch gegrilltes Gemüse, veganer Feta und Rucola eignen sich bestens.

R1011 - Complete Organics - Vegane Kimchi-Focaccia
R1011 - Complete Organics - Vegane Kimchi-Focaccia

Vegane Kimchi-Focaccia

1 Focaccia
circa 4 Stunden (über 2 Tage verteilt) (+ 8 Stunden Kühlzeit)

Zutaten

Für den Focaccia-Teig:

  • 4 g Trockenhefe
  • 2 TL Zucker
  • 480 ml Wasser
  • 1 EL Olivenöl
  • 600 g Mehl (Type 00)
  • 4 TL Salz

Außerdem:

Zubereitung

  1. Trockenhefe und Zucker mit warmem Wasser und Olivenöl in einer großen Schüssel verrühren. Die Mischung circa 10 Minuten stehen lassen, damit die Hefe aktiviert wird. Anschließend Mehl und Salz dazugeben und alles mit einem Holzlöffel vermengen, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Die Schüssel mit einem Teller oder Küchentuch abdecken und den Teig 30 Minuten an einem warmen Ort ohne Zugluft gehen lassen.

  2. Nach 30 Minuten beginnt ihr mit der Stretch-and-Fold-Technik: Die Hände mit Wasser befeuchten, damit der Teig nicht kleben bleibt. Vorsichtig mit einer Hand seitlich unter den Teig greifen, diesen nach oben ziehen und anschließend auf der anderen Seite ablegen. Die Schüssel um 90° drehen und den gleichen Schritt rundherum wiederholen, sodass der Teig von allen Seiten einmal gefaltet wurde. Die Schüssel wieder abdecken und den Teig 30 Minuten ruhen lassen. Diesen Vorgang insgesamt viermal wiederholen – das heißt, alle 30 Minuten den Teig falten und wieder ruhen lassen. Insgesamt dauert dieser Prozess 2 Stunden.

  3. Den Teig nach dem letzten Stretch-and-Fold in eine eingeölte, große Schüssel geben und abgedeckt über Nacht (circa 8–12 Stunden) im Kühlschrank gehen lassen.

  4. Am nächsten Tag eine Backform (circa 25 × 35 Zentimeter) mit 3–4 Esslöffeln Olivenöl großzügig einfetten. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ein letztes Mal die Stretch-and-Fold-Technik anwenden. Den Teig vorsichtig in die vorbereitete Backform geben und mit weiteren 2 Esslöffeln Olivenöl beträufeln. Das Öl sanft mit den Fingerspitzen über die Oberfläche verstreichen – dabei darauf achten, so wenige Luftblasen wie möglich zu zerstören, da diese für die luftige Struktur der Focaccia wichtig sind. Den Teig wieder abdecken und nochmals circa 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

  5. Den Ofen auf 230 °C (Umluft) vorheizen. Währenddessen nochmals 2 Esslöffel Olivenöl auf dem Teig verteilen und nur mit den Fingerspitzen vorsichtig in die gesamte Oberfläche der Focaccia drücken, sodass die charakteristischen Mulden entstehen. Das Kimchi gleichmäßig auf der Focaccia verteilen und mit den Fingern sanft in den Teig drücken.



6. Die Focaccia bei 230 °C (Umluft) circa 20–25 Minuten backen, bis sie
durchgebacken, goldbraun und knusprig ist. Nach dem Backen circa 10 Minuten abkühlen lassen, bevor die Focaccia herausgenommen und angeschnitten wird.

R1011 - Complete Organics - Vegane Kimchi-Focaccia
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